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Wochenbrief

Vor dem Ja und Nein

Zugang und Begegnung, Kinder und Clubkultur, die Freiheit, eine Geschichte nicht zu Ende erzählen zu müssen: Die 9. Ausgabe unserer Zeitung versammelt Geschichten über Menschen, die Gewissheiten hinterfragen und Räume öffnen. Wochenbrief #93

Team Gessnerallee, 16. September 2026

Liebe Besucher*innen der Gessnerallee, liebe Künstler*innen

Pünktlich zu unserem Saisonstart am vergangenen Donnerstag ist auch die 9. Ausgabe der Zeitung der Gessnerallee erschienen. In diesem Wochenbrief geben wir Ihnen einen Einblick in die neuen Beiträge. Einige davon sind bereits online zu lesen. Wer die Zeitung vollständig im Print lesen möchte, kann sie unter zeitung@gessnerallee.ch einzeln oder im 4er-Abo bestellen. Alle bisher erschienenen Ausgaben finden Sie hier.

Was haben ein Theater und Realpolitik gemeinsam? In beiden werden gesellschaftliche Fragen verhandelt, Rollen verteilt, Mehrheiten gesucht und Wirklichkeiten gestaltet. Doch während am Ende des politischen Prozesses ein Ja oder ein Nein steht, interessiert sich das Theater für den Raum davor: für das Unentschiedene, für Widersprüche und die Möglichkeit, Gewissheiten ins Wanken zu bringen. Über diese Verbindung, diese Unterscheidung von Politik und Theater schreibt die Zürcher Kantonsrätin Mandy Abou Shoak im beliebten Format «Ein Gedanke zu Theater».

Gerade wenn politische Spielräume enger werden, interessieren uns Orte, an denen andere Formen des Denkens erprobt, Selbstverständlichkeiten befragt und Regeln für den Moment ausser Kraft gesetzt werden können. Damit beschäftigen wir uns in dieser Ausgabe: mit Zugang und Begegnung, Kindern und Clubkultur, der Freiheit, eine Geschichte nicht zu Ende erzählen zu müssen.

Seit 2014 bringt Kulturmanagerin Nadja Furrer Bands, die sonst vor erwachsenem Publikum spielen, für Kinderkonzerte in den Stall6 der Gessnerallee – von Indiepop über Hip-Hop bis Latin. Journalist Timo Posselt sprach mit ihr über die besondere Magie zwischen den Bands und ihrem erstaunlich direkten jungen Publikum. Denn Kinder, sagt Furrer, sind anspruchsvoll: Gefällt es ihnen nicht, stehen sie auf und gehen. Springt der Funke über, wird geklatscht, gesungen und wild getanzt. Das nächste Kinderkonzert findet am 20. September mit der Musikerin Gina Été statt. Zum Porträt und zu den Tickets

Anfang Oktober feiert das Backslash Festival sein 10-Jahr-Jubiläum. Journalistin Lara Blatter zieht mit Alex Gaeng, Laura-Maria Drage und Cristiana Stella Bilanz. Sie sprechen über ein Festival zwischen Clubkultur und Performancekunst, das sein Publikum einlädt, die Komfortzone zu verlassen. Zum Gespräch und zu den Tickets

Wie wird Kultur für möglichst viele Menschen zugänglich? Journalistin Raffaela Angstmann hat den Verein Zürich Access Kultur (ZAK) begleitet, der Kulturinstitutionen zu Barrierefreiheit und Inklusion berät. Sie trifft Nina Mühlemann und Brianna Deeprose, zwei der drei Co-Geschäftsleiter*innen, sowie Beraterin Jasmin Polsini bei ihrer Arbeit im Helmhaus. Dabei wird klar: Barrieren sind oft unsichtbar, Bedürfnisse unterschiedlich, und absolute Barrierefreiheit ist kaum möglich.

Was von der Opernfigur Carmen bleibt, wenn ihre Geschichte erzählt ist: Dramaturgin Isabel Gatzke tauscht sich mit Performancekünstlerin Wu Tsang über «strike» aus, die jüngste Arbeit des Kollektivs Moved by the Motion, die vom 16. bis 18. November an der Gessnerallee zu sehen sein wird. Über Carmen als moderne mythische Figur und Projektionsfläche, die Rückkehr zu Intimität und den Widerspruch zwischen Repräsentation und Involviertheit. Und über die Kraft des Flamenco: Wenn er beginnt, so Tsang, halten alle inne. Zum Interview und zu den Tickets

Nicht zuletzt bereichern die wiederkehrenden Formate diese Ausgabe: Tren Guerrero hat den Choreografen und Tänzer Tiran Willemse für den Fotoessay fotografiert. Künstler*in und Musiker*in Rada Leu zeichnet einen Comic zu den Proben von «Multitud» der Choreografin Tamara Cubas. In der Modekolumne präsentiert Multimedia-Künstler*in Lyn Bentschik bequeme und praktische Fashion, die nicht einengt, einschnürt oder drückt. Und Autor, Komiker und Filmproduzent Karpi wagt im Theater-Horoskop den Blick in die Sterne.

Viel Spass beim Lesen – und jetzt zum Programmüberblick: 

Mehr zum Programm

«YOU CANNOT CAN» von Dana Michel

19. und 20. September, jeweils 20 Uhr

Am und im Schwimmbecken des Hallenbads Altstetten entfaltet sich ein humorvolles Abenteuer, das die Bedeutung des Schwimmens für das eigene Selbstvertrauen und die Überwindung von Ängsten erkundet. Es gibt noch wenige Karten. Zu den Tickets

Kinderkonzert mit Gina Été

20. September, 15 Uhr

Atemlose Intimität, politisches Bewusstsein und Musik, die vielschichtig, überraschend und dicht ist: Die Rede ist von der Zürcher Musikerin Gina Été. Denn bei ihr verknüpft sich das, was für viele nicht zusammengeht: kunstvolle Popmusik und starke Statements. Zu den Tickets

«Die Neue Unsicherheit – Love Edition» von Fatima Moumouni mit ஸ்வஸ்தி சிவசண்முகநாத சர்மா / Swassthi Sivasanmukanatha Sarma

25. September, 20 Uhr

Das Gesprächsexperiment zu einem «Safer Space für Unsicherheit» – diesmal zum Thema «Wo, wie, was ‹community›?». Es geht um den Umgang mit Privilegien innerhalb von Kämpfen und Communitys. Und es geht um Schwarz-tamilische Allianzen sowie fehlende Allianzen, Ausschlüsse, Enttäuschungen – und Hoffnungen. Zu den Tickets

«Backslash Festival 2026»

2. und 3. Oktober

Das Backslash Festival lädt zu einer sorgfältig kuratierten Auswahl an elektronischen Live-Acts, Performances, DJ-Sets und visuellen Interventionen ein. Über zwei lange Abende hinweg übernehmen 25 Künstler*innen aus der internationalen, nationalen und lokalen Szene die Räume der Gessnerallee und bespielen sie auf unterschiedliche Weise. Dabei entsteht ein mitreissender Sog, der einlädt, bis zum Morgengrauen zu bleiben. Zu den Tickets

Wir wünschen Ihnen eine gute Lektüre und eine gute zweite Wochenhälfte. 

Das Team der Gessnerallee

Copyright: Hannah Gottschalk

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