Das Backslash Festival hat seine Wurzeln in zeitgenössischen Praktiken, die Live- und experimentelle elektronische Musik, darstellende Kunst und Clubkultur umfassen. Es betrachtet Klang nicht als isoliertes Medium, sondern als etwas, das mit Körpern, Bildern, Codes und räumlichen Gegebenheiten verflochten ist. Die Performance entfaltet sich als Situation: konstruiert, instabil und gemeinsam erlebt.
Kuratorisch verfolgt das Festival einen prozessorientierten Ansatz. Kategorien wie Clubmusik, Komposition, Performance oder audiovisuelle Kunst dienen eher als Ausgangspunkte denn als Definitionen. Sie bieten vorübergehende Orientierung, bleiben dabei jedoch offen für Verzerrungen und Überschneidungen. Genres lösen sich allmählich durch Verschiebungen in Dauer, Intensität, räumlicher Anordnung und performativer Präsenz auf.
Jede Ausgabe bringt Künstler*innen zusammen, die formatübergreifend arbeiten – von Live-Sets und Performances bis hin zu Installationen und kollaborativen Projekten. Einige Werke werden zum ersten Mal präsentiert, während andere speziell im Kontext des Festivals Gestalt annehmen.
Das Backslash Festival existiert in einem Grenzbereich zwischen einer Clubnacht, einem zeitgenössischen Theaterstück und einem Nischen-Konzertprogramm, ohne sich vollständig in einem dieser Bereiche festzulegen. Es konzentriert sich nicht nur darauf, wie Werke entstehen, sondern auch darauf, wie sie erlebt werden – körperlich, gemeinschaftlich und in Beziehung zu ihrer Umgebung.
Zwei Nächte lang schafft das Festival einen temporären Raum der Begegnung und Transformation. Einen Raum, in dem sich Praktiken überschneiden, Erwartungen verschieben und in dem sich Menschen bewegen, den Fokus verlieren und ihn wiederfinden.