«Die Neue Unsicherheit» ist ein Experiment für einen «Safer Space für Unsicherheit». Gemeinsam mit ihren Gäst*innen sucht die Zürcher Künstlerin Fatima Moumouni in dieser Reihe nach Gesprächsmomenten, die ehrlich, nachdenklich, selbstkritisch und unbedingt unsouverän sein dürfen. Nicht die perfekte Position steht im Zentrum, sondern die Bereitschaft, sich irritieren zu lassen, Widersprüche auszuhalten und öffentlich gemeinsam zu denken.
Denn gerade in progressiven Diskursen gibt es – nahezu per Definition – noch viel zum Weiterdenken, abseits des jämmerlich reaktionären «WAS DARF MAN DENN HEUTE ÜBERHAUPT NOCH SAGEN!?», in dem die gesellschaftliche Aushandlung um Sprache, Identitätspolitik und Gleichstellung oft gefangen ist.
Für die laufende Love Edition richtet sich der Blick auf die Liebe: als Gefühl, als Praxis, als politische Kraft, Motor für Veränderung und als Projektionsfläche für Cringe und Kitsch.
Thema dieser Ausgabe: «Wo, wie, was ‹community›?»
In dieser Ausgabe geht es um den Umgang mit Privilegien innerhalb von Kämpfen und Communities. Und es geht um Schwarz-Tamilische Allianzen, sowie fehlende Allianzen, Ausschlüsse, Enttäuschungen - und Hoffnungen.
Dabei kommen auch folgende Fragen auf: Wie entscheiden wir, wofür wir kämpfen? Geht es immer nur um uns selbst? Was ist das Gerede über eigene Privilegien wert? Und wie wirken diese auch dort weiter, wo eigentlich gemeinsam gegen Unterdrückung gekämpft wird? Wie dezentrieren wir unseren Aktivismus von uns selbst? Welche Rolle spielt Klasse?
Dieses Mal zu Gast: ஸ்வஸ்தி சிவசண்முகநாத சர்மா / Swassthi Sivasanmukanatha Sarma
Sie ist in Zürich geboren als Kind von tamilischen Geflüchteten aufgewachsen. Sie schreibt, steht auf Bühnen, kuratiert Gesprächsreihen und vor allem versteht sie sich als intersektionale Aktivistin. In ihrer Arbeit kombiniert sie ihr soziologisches Weltverständnis mit aktivistischer und künstlerischer Praxis. Ihr Schreiben und ihr politisches Engagement sind zugleich direkt und persönlich. Sie schreibt, organisiert, lehrt und spricht zu Themen wie chronische Krankheit, Widerstandspraxis von tamilischer Diaspora, intersektionaler Feminismus, Zugänglichkeit sowie Queerness – stets mit dem Fokus darauf, wie Machtstrukturen den Alltag prägen und verändern.