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Wochenbrief

Communities of Hope

Ein Programmschwerpunkt zu hoffnungsvollen Strategien der Gemeinschaftsbildung. Wochenbrief #75

Team Gessnerallee, 1. April 2026

Copyright: Kërå Pathmanathan

Liebe Besucher*innen der Gessnerallee, liebe Künstler*innen

Wer heute Nachrichten konsumiert, dem fällt es schwer, hoffnungsvoll zu bleiben. Auf internationaler Ebene: Kriege und erstarkender Faschismus. In der Schweiz: zunehmende Angriffe auf die Rechte marginalisierter Menschen, darunter auch immer wieder queere Communitys.

Unsere Gegenwart ist laut. Und sie ist schnell. Was das Theater dem entgegensetzen kann, ist eine Form der Langsamkeit und der Zwischentöne: die Langsamkeit eines Probenprozesses, die Zwischentöne einer Erzählung auf der Bühne vor Publikum, die Entschleunigung und Vielstimmigkeit beim Zusammensitzen und Ins-Gespräch-Kommen nach einer Performance oder einer Lesung.

Im Rahmen des Programmschwerpunkts «Communities of Hope» vom 9. bis 18. April schaffen wir Räume, die genau diese Eigenschaften des Theaters betonen, indem sie hoffnungsvolle Strategien der Gemeinschaftsbildung kultivieren und queere Ästhetiken feiern. 

Copyright: Lena Ures

Eröffnet wird die erste Woche von «Communities of Hope» mit einer Inszenierung, die den lebenswichtigen Austausch innerhalb von Communitys und über Communitys hinweg in den Mittelpunkt stellt. Die Konzertperformance «MASTEKTOMIE. Ein bittersüsses Abschiedslied» (9. und 10. April) der Berliner Gruppe CHICKS* widmet sich dem Abschied von den eigenen Brüsten – sei es aufgrund eines genetischen Brustkrebsrisikos oder einer geschlechtlichen Transition.

Copyright: Tren Guerrero

Ein Text, der die inhaltliche Vorbereitung des Programmschwerpunkts begleitet hat und ausschlaggebende Inspiration für seine Ausrichtung war, ist Mani Owzars Buch «Ich möchte nicht die perfekte Geschichte schreiben. Queere Menschen für eine gerechtere Schweiz». Bei der im Rahmen des Schwerpunkts stattfindenden Lesung wird Mani Owzar mit den beiden Porträtierten Anouchka Gwen und Rahel El-Maawi ins Gespräch darüber kommen, wie wir hoffnungsvoll und handlungsfähig bleiben. Abgerundet wird die Lesung «Ich möchte nicht die perfekte Geschichte schreiben» (11. April) mit einem Konzert von Anouchka Gwen.

Wer ausserdem nicht nur zuhören, sondern auch selbst die eigene, nicht perfekte Geschichte schreiben möchte, kann gleich am nächsten Tag, dem 12. April, Mani Owzars Schreibworkshop besuchen. Neu schreiben, wieder schreiben, anders schreiben – alle Erfahrungen sind willkommen.

Copyright: Fotonoid

In der zweiten Woche von «Communities of Hope» stehen ebenfalls eine Performance und eine Lesung auf dem Programm: In der Soloperformance «JUICE» (17. und 18. April) ist River Roux auf engstem Raum zu sehen, in einem komplett durchsichtigen Bühnenelement, das kaum grösser ist als das darin hängende Trapez – ohne die Möglichkeit, sich vor den Blicken des Publikums zu verstecken. 70 Minuten lang bewegt sich River Roux körperlich wie erzählerisch an der Schwelle von andersgeschlechtlicher Ausstellung und intergeschlechtlicher Selbstermächtigung, während wir als Publikum auf die eigene Lust des Kategorisierens hermaphroditischer, unlesbarer und ungehorsamer Körper zurückgeworfen werden.

Copyright: Katarina Ivanisevic

Die Lesung am 16. April aus Hadija Haruna-Oelkers Buch «Zusammensein. Plädoyer für eine Gesellschaft der Gegenseitigkeit» führt die übergreifenden Gedanken des Programmschwerpunkts erneut zusammen. In ihrem Text geht die Politikwissenschaftlerin und Journalistin aus ihrer eigenen Position als Schwarze Mutter eines behinderten Kindes der Frage nach, welche solidarischen Praktiken wir brauchen, damit in unserer Gesellschaft alle Menschen selbstbestimmt miteinander leben können.

Copyright: Stephanie Müller & Theres Indermaur

Während «Communities of Hope» verwandelt sich die Südbühne in einen sinnlichen Erfahrungsraum: «Belonging Space» lädt vom 9. bis 18. April zum Ankommen, Verweilen und gemeinsamen Gestalten ein. Ein Ruheraum mit Vorhängen, Sitzsäcken und Stimtoys schafft Rückzug und Entspannung. In den «Schattenwelten» entstehen poetische Projektionen aus Licht und Alltagsobjekten, während Zengärten zum haptischen Erkunden einladen. Zudem lädt ein Basteltisch zum kreativen Arbeiten ein: Masken erhalten ein Glitzer-Upgrade, softe Stoffe* werden bestickt – und zwischen Schreiben und Zeichnen entstehen Wünsche, Gedanken und Entwürfe solidarischer Verbundenheit, festgehalten in Briefen oder als bunte Spuren auf Papier.

Zeitung

Hoffnung als verbindende Praxis

​​Vom 9. bis 18. April lädt der Programmschwerpunkt «Communities of Hope» an der Gessnerallee dazu ein, solidarische Praktiken des Zusammenlebens und hoffnungsvolle Strategien gemeinsam zu erproben. Noa Winter gibt vertiefte Einblicke ins Programm. Zum Beitrag

«Wie nach einer Umarmung»

Nach einer Auszeit steht Anouchka Gwen als Solokünstler*in auf der Bühne – mit neuer Nähe zu sich selbst. Die Musiker*in spricht mit Rahel Bains über Verletzlichkeit als Stärke, Zugehörigkeit in der Kulturszene und darüber, warum Hoffnung immer ein kollektiver Akt ist. Zum Beitrag

Mit Differenzen zusammen sein
Hadija Haruna-Oelker ist Journalistin und Mutter eines behinderten Kindes. Sie hat eine Migrationsgeschichte und weiss, wie wichtig es ist, miteinander zu leben statt gegeneinander. Gerade weil wir so verschieden sind, uns so vieles trennt. Autorin Marah Rikli zeigt in ihrem Porträt, dass Haruna-Oelkers Arbeit weniger Anklage ist als eine Einladung. Zum Beitrag

Ausserdem

«Undercover-Journalismus: Einblicke in verdeckte Recherchen»

Bevor wir uns in ein verlängertes Wochenende begeben, freuen wir uns heute Mittwochabend um 19.30 Uhr auf die sechste Folge unserer Reihe «Monatsthemen». Journalist*innen von REFLEKT und der Wochenzeitung WOZ geben anhand aktueller Undercover-Recherchen Einblick in eine sonst verborgene Welt. Mehr Informationen und zu den Tickets

Wir freuen uns auf Ihren Besuch. 

Das Team der Gessnerallee

Copyright: Hannah Gottschalk

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