Zur Übersicht

Wochenbrief

Mit Differenzen zusammen sein

Zwei Veranstaltungen, eine Frage: Wie leben wir zusammen – mit all unseren Unterschieden, Körpern und Erfahrungen? Wochenbrief #77

Team Gessnerallee, 15. April 2026

Copyright: Katarina Ivanisevic

Liebe Besucher*innen der Gessnerallee, liebe Künstler*innen

Mit der Performance «JUICE» von River Roux und der Lesung von Hadija Haruna-Oelker aus «Zusammensein. Plädoyer für eine Gesellschaft der Gegenseitigkeit» nähert sich unser Programmschwerpunkt «Communities of Hope» seinem Abschluss.

Die Autorin Marah Rikli hat für unsere Zeitung ein Porträt über Hadija Haruna-Oelker geschrieben. Sie ist Journalistin, Mutter eines behinderten Kindes und arbeitet seit Jahren beharrlich an Fragen von Erinnerung, Gerechtigkeit und demokratischem Zusammenhalt. In ihrem neuen Buch «Zusammensein. Plädoyer für eine Gesellschaft der Gegenseitigkeit» stellt sie die Frage, wie wir mehr in Verbundenheit kommen können – nun noch persönlicher und dringlicher als in ihrem ersten Buch «Die Schönheit der Differenz».

Ihr geht es dabei um eine ganzheitliche Haltung: Wir alle sind verschieden, in unterschiedlicher Weise privilegiert und von Ausgrenzung betroffen – und dennoch können Wege zusammengefunden werden. Inklusion, so ihre These, sei kein gescheitertes Projekt, sondern eines, das noch gar nicht wirklich begonnen habe. Was sie fordert, ist keine moralische Überlegenheit, sondern Beziehung und die Bereitschaft, Unterschieden mit Offenheit und auf Dauer zu begegnen. 

Die Lesung findet am Donnerstag, 16. April, um 19.30 Uhr im Nordflügel statt. Hier geht es zu den Tickets.

Copyright: Fotonoid

Einen Tag später findet in der Halle um 20 Uhr die erste Aufführung der Performance «JUICE» von River Roux statt. Ausgangspunkt ist die Geschichte der neunzehnjährigen Mademoiselle Lefort, die 1820 als «vollkommene Vermischung der Geschlechter» ausgestellt wurde. Was sie dabei empfand, ist unbekannt – wie ihr Körper von Ärzten untersucht und betrachtet wurde, ist akribisch dokumentiert. In «JUICE» begibt sich River Roux in einen durchsichtigen Raum, in dem die Blicke des Publikums zwischen Begierde und Ekel, zwischen Attraktion und Scham schwanken. Die Performance fragt: Welcher Körper gilt als «natürlich», welcher als aufbegehrend und wer darf jenseits von Fetisch existieren?

Nach der zweiten Vorstellung am Samstag, 18. April, findet ein Gespräch mit der Künstlerin inklusive DSGS-Verdolmetschung statt. Jetzt Tickets für «JUICE» sichern.

Jetzt zum Überblick über Programmpunkte, Zeitungsartikel, Neuigkeiten und alles, was wir mit Ihnen teilen wollen:

Copyright: Stephanie Müller & Theres Indermaur

Programm der Woche

16. bis 18. April

«Belonging Space» von Stephanie Müller & Theres Indermaur

Der «Belonging Space» lädt während des ganzen Programmschwerpunkts «Communities of Hope» zum Ankommen, Verweilen und gemeinsamen Gestalten ein. Ein Ruheraum mit Vorhängen, Sitzsäcken und Stimtoys schafft Rückzug und Entspannung. In den «Schattenwelten» entstehen poetische Projektionen aus Licht und Alltagsobjekten, während Zengärten zum haptischen Erkunden einladen. Der «Belonging Space» hat jeweils 1 Stunde vor bis 1 Stunde nach der Veranstaltung geöffnet. Mehr Informationen

16. April, 19.30 Uhr

«Zusammensein. Plädoyer für eine Gesellschaft der Gegenseitigkeit» von Hadija Haruna-Oelker

Die Journalistin Hadija Haruna-Oelker analysiert in ihrem Buch «Zusammensein. Plädoyer für eine Gesellschaft der Gegenseitigkeit» gesellschaftliche Brüche, antidemokratische Bewegungen und eine politische Entwicklung, die das Trennende verstärkt. Die Lesung stellt mitfühlend Fragen sozialer Gerechtigkeit: Wie sähe ein Miteinander aus, bei dem niemand ausgeschlossen wird? Wer bestimmt über Teilhabe? Und warum wird die Ablehnung behinderter Menschen nicht überwunden? Zu den Tickets

17. und 18. April, 20 Uhr

«JUICE» von River Roux

River Roux ist Performancekünstlerin, Autorin und Pole-Tänzerin. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit stehen die Verbindungen zwischen Arbeit, Geschlecht, Fürsorge und Sexualität. In ihrer Arbeit «JUICE» untersucht sie die Faszination von Körpern im Dazwischen. Zu den Tickets

Zeitung

Mit Differenzen zusammen sein
Hadija Haruna-Oelker ist Journalistin und Mutter eines behinderten Kindes. Sie hat eine Migrationsgeschichte und weiss, wie wichtig es ist, miteinander zu leben statt gegeneinander. Gerade weil wir so verschieden sind, uns so vieles trennt. Autorin Marah Rikli zeigt in ihrem Porträt, dass Haruna-Oelkers Arbeit weniger Anklage ist als eine Einladung. Zum Beitrag

Hoffnung als verbindende Praxis
Theater vermag es, der lauten und schnellen Gegenwart Langsamkeit, Zwischentöne, Vielstimmigkeit und ein gemeinsames In-Beziehung-Treten entgegenzusetzen. Dramaturg*in Noa Winter gibt in der 7. Ausgabe unserer Zeitung einen Einblick in den Programmschwerpunkt «Communities of Hope», in dem Hoffnung, Zukunft und Gegenwart verknüpft werden. Zum Beitrag 

Ausserdem

Workshop für Transracial Adoptees

Am 9. und 10. Mai 2026 veranstaltet die Musikerin und Transracial Adoptee Annie Goodchild einen Workshop für und mit Transracial Adoptees (transnational adoptierte Personen). Der Workshop ist Teil der Recherche ihrer gemeinsamen neuen Produktion mit Brandy Butler (Premiere: März 2027). Im Workshop können Erfahrungen geteilt und auf Wunsch als Video oder Audio für die Recherche dokumentiert werden. Weitere Informationen und Anmeldung: goodchild.annie@gmail.com

Wir freuen uns auf Ihren Besuch.

Das Team der Gessnerallee

Copyright: Hannah Gottschalk

Möchten Sie über Ereignisse an der Gessnerallee informiert bleiben? Abonnieren Sie unseren Wochenbrief.

Mehr Beiträge

Schule für alle: Warum Geschlechtergerechtigkeit in Schulen wichtig ist

8. April 2026

Von Mani Owzar

Für unsere Zeitung kooperieren wir regelmässig mit Redaktionen und anderen Projekten in Form von Zweitpublikationen. Dieses Mal in Form eines Essays von der Autor*in Mani Owzar über Geschlechtergleichheit an Schulen. Lesen

Schule für alle: Warum Geschlechtergerechtigkeit in Schulen wichtig ist

8. April 2026

Von Mani Owzar

Für unsere Zeitung kooperieren wir regelmässig mit Redaktionen und anderen Projekten in Form von Zweitpublikationen. Dieses Mal in Form eines Essays von der Autor*in Mani Owzar über Geschlechtergleichheit an Schulen. Lesen

«Huutfarb»

8. April 2026

Von Mani Owzar

Für unsere Zeitung kooperieren wir regelmässig mit Redaktionen und anderen Projekten in Form von Zweitpublikationen. Dieses Mal in Form des Essays «Huutfarb» von der Autor*in Mani Owzar. Lesen

CHICKS*, Owzar, Gwen

8. April 2026

Von Team Gessnerallee

Queerfeministische Netzwerke, rassismuskritische Schulkultur, Hoffnung als kollektiver Akt. Daran arbeiten die Künstler*innen des ersten Wochenendes von «Communities of Hope». Wochenbrief #76 Lesen

Nach oben