Zur Übersicht

Wochenbrief

Ein Grund, zu feiern

Relaxed Parties und Disabled Leadership. Wie und durch wen können Veranstaltungen barrierefrei gestaltet werden? Wochenbrief #66

Team Gessnerallee, 28. Januar 2026

Copyright: Lovis Heuss

Liebe Besucher*innen der Gessnerallee, liebe Künstler*innen

Innerhalb unseres Fokus auf Barrierefreiheit und Altersvielfalt experimentieren wir kontinuierlich mit Rahmenbedingungen, die für möglichst viele Besucher*innen einen schönen Besuch an der Gessnerallee ermöglichen. Wer am letzten Wochenende beim Kinderkonzert mit Rita Roof im Stall6 war, konnte vielleicht erleben, wie entspannt und gleichzeitig aufregend Livemusik für junge und ältere Menschen sein kann.

Beim Workshop «Relaxed Feiern» am 6. und 7. Februar beschäftigen wir uns mit der Frage, wie Feiern und Partyformate für neurodivergente und chronisch kranke Menschen barrierefrei gestaltet werden können. Lovis Heuss bewegt sich als Künstler*in, DJ (Midnight Snack Collective) und Drag Artist (The Heart Throb Mob) seit Jahren in Club-Kontexten und erforscht in der zweitägigen Veranstaltung gemeinsam mit der Gessnerallee und interessierten Veranstalter*innen und Communitys, wie sich neurodivergentes und chronisch krankes Erfahrungswissen und Beratungsexpertise auch im Kontext des Feierns besser einsetzen lassen.

Der erste Tag bietet einen Einstieg in die Themen Neurodivergenz und chronische Erkrankung. Er richtet sich an Clubs, Organisationen, Kollektive und andere Personen aus dem Partykontext, die sich mit Zugänglichkeit beschäftigen möchten. Neben einer Einführung zu Neurodivergenz und Barrierefreiheit von Lovis Heuss gibt es einen Input von der Initiative Barrierefrei Feiern (Deutschland) und Austauschformate.

Der zweite Tag richtet sich spezifisch an neurodivergente und chronisch kranke Communitys, um verschiedene Bedürfnisse und Barrierefreiheitsbedarfe zu sammeln, sich zu vernetzen und sich gemeinsam neue Formate des zugänglichen Feierns auszumalen. Der Tag wird abgerundet durch einen Online-Input von Byron Vincent, Gründer des Clubformats «Disco Neurotico» aus England.

Das Potenzial für Veränderung, wenn Menschen mit Behinderung nicht nur als Besucher*innen an Veranstaltungen teilnehmen, sondern selbst Entscheidungen über Programm, Ästhetiken und Strukturen treffen können, ist enorm. Wer mehr darüber erfahren möchte, was unter Disabled Leadership verstanden wird, kann in der Analyse «Schluss mit Tokenismus» von Journalistin Marah Rikli in der Gessnerallee Zeitung einen Einblick bekommen.

Jetzt zum wöchentlichen Überblick über Programmpunkte, Zeitungsartikel, Neuigkeiten und alles, was wir mit Ihnen teilen wollen:

Programm

29., 30., 31. Januar

«Wen Keng We Meet? – On Connection» von RRRRRR Collective

Das euro-asiatische RRRRRR Collective, bestehend aus Keng Chen, Wen-Chi Liu, Dino Radoncic, Eneas Prawdzic, Nathalie Stirnimann und Stefan Stojanovic, geht der Frage nach, wie wir trotz der Wiederkehr von Grenzen, Spaltungen und geopolitischen Spannungen in Verbindung bleiben können. Es gibt nur noch ganz wenige Karten. Mehr Informationen

1. Februar

Sharing des «Schmerzlabors» von Lyn Bentschik

Ein Labor für künstlerische Recherche, Austausch und Inspiration, das sich thematisch mit chronischen, unsichtbar gemachten Schmerzen auseinandersetzt (physisch und/oder psychisch). Es bietet acht Kunstschaffenden die Möglichkeit, gemeinsam das kreative und politische Potenzial chronischer Schmerzen zu erforschen. Zum Abschluss der Woche lädt die Gruppe zum öffentlichen Sharing in Form einer Paneldiskussion mit Lyn Bentschik, Laura Higson, Angela Alves und Swassthi Sivasanmukanatha Sarma ein, moderiert von Nina Mühlemann. Die Veranstaltung ist kostenfrei. Mehr informationen

5. bis 8. Februar

«Raskrsnice» von Kursk

Was erzählen uns indische Gastarbeiter*innen auf einer chinesischen Grossbaustelle in Serbien über solidarische Arbeitskämpfe im globalen Kapitalismus? «Raskrsnice» (serbisch: Kreuzungen) ist ein dokumentarisches Theaterstück über Ausbeutung und Arbeitskämpfe. In Zusammenarbeit mit indischen Gastarbeiter*innen auf einer chinesischen Baustelle in Serbien zeigt «Raskrsnice», wie solidarische Kämpfe von Grosskonzernen verhindert werden, da die Konzerne sich oft jenseits nationaler rechtlicher Zuständigkeiten bewegen. Und wie solche solidarischen Kämpfe in Kooperation mit lokalen Gewerkschaften, NGOs und engagierten Bürger*innen doch noch gelingen können. Mehr Informationen

Einen Überblick über das Programm 2025/26 finden Sie auf unserer Website.

Copyright: Timo Krstin

Zeitung

«Aesthetics of Access – künstlerische Barrierefreiheit erforschen» von Noa Winter

Ein Schwerpunkt der kuratorischen und dramaturgischen Arbeit der Gessnerallee sind Aesthetics of Access («Ästhetiken der Barrierefreiheit»). Was das ist und worum es dabei geht, erfahren Sie in diesem Beitrag. Zum Beitrag

«Schluss mit Tokenismus» von Marah Rikli
Barrierefreie Formate wie Relaxed Performances haben Theaterhäuser geöffnet und Zugänge geschaffen. Doch echte Veränderung entsteht erst, wenn Menschen mit Behinderungen nicht nur im Zuschauer*innenraum sitzen, sondern selbst Entscheidungen treffen – über Programme, Ästhetiken und Strukturen. Zum Beitrag

«Der Handlungsbedarf sitzt im Erdgeschoss herum» von Marguerite Meyer
Barrierefreiheit, Denkmalschutz und Verwaltungsprozesse – die heilige Dreifaltigkeit des Unmöglichen? Wie ein Theaterhaus mit diesem Spannungsfeld umgeht. Zum Beitrag

Wir freuen uns auf die morgige Premiere von «Wen Keng We Meet? – On Connection» – für alle, die Interesse haben oder an den kommenden Abenden noch nichts geplant haben: Kaufen Sie jetzt Ihre Tickets.

Ihr Team der Gessnerallee

Copyright: Hannah Gottschalk

Möchten Sie über Ereignisse an der Gessnerallee informiert bleiben? Abonnieren Sie unseren Wochenbrief.

Mehr Beiträge

Grenzenloser Kapitalismus, grenzüberschreitende Kämpfe

21. Januar 2026

Von Team Gessnerallee

Wer profitiert – und wer zahlt den Preis? Ein dokumentarisches Theater und die Frage nach Solidarität über Grenzen hinweg. Wochenbrief #65 Lesen

Grenzenloser Kapitalismus, grenzüberschreitende Kämpfe

21. Januar 2026

Von Team Gessnerallee

Wer profitiert – und wer zahlt den Preis? Ein dokumentarisches Theater und die Frage nach Solidarität über Grenzen hinweg. Wochenbrief #65 Lesen

Januarwochenende für Klein und Gross, Jung und Alt

14. Januar 2026

Von Team Gessnerallee

Über das Finden der eigenen Stimme mit der Sängerin Rita Roof und dem Theaterkollektiv Old Masters. Wochenbrief #64 Lesen

Das Programm im Januar

7. Januar 2026

Von Team Gessnerallee

Debatten, zwei Premieren, künstlerische Forschung sowie Theater und Musik für jedes Alter. Wochenbrief #63 Lesen

Nach oben