Liebe Besucher*innen der Gessnerallee, liebe Künstler*innen
Innerhalb unseres Fokus auf Barrierefreiheit und Altersvielfalt experimentieren wir kontinuierlich mit Rahmenbedingungen, die für möglichst viele Besucher*innen einen schönen Besuch an der Gessnerallee ermöglichen. Wer am letzten Wochenende beim Kinderkonzert mit Rita Roof im Stall6 war, konnte vielleicht erleben, wie entspannt und gleichzeitig aufregend Livemusik für junge und ältere Menschen sein kann.
Beim Workshop «Relaxed Feiern» am 6. und 7. Februar beschäftigen wir uns mit der Frage, wie Feiern und Partyformate für neurodivergente und chronisch kranke Menschen barrierefrei gestaltet werden können. Lovis Heuss bewegt sich als Künstler*in, DJ (Midnight Snack Collective) und Drag Artist (The Heart Throb Mob) seit Jahren in Club-Kontexten und erforscht in der zweitägigen Veranstaltung gemeinsam mit der Gessnerallee und interessierten Veranstalter*innen und Communitys, wie sich neurodivergentes und chronisch krankes Erfahrungswissen und Beratungsexpertise auch im Kontext des Feierns besser einsetzen lassen.
Der erste Tag bietet einen Einstieg in die Themen Neurodivergenz und chronische Erkrankung. Er richtet sich an Clubs, Organisationen, Kollektive und andere Personen aus dem Partykontext, die sich mit Zugänglichkeit beschäftigen möchten. Neben einer Einführung zu Neurodivergenz und Barrierefreiheit von Lovis Heuss gibt es einen Input von der Initiative Barrierefrei Feiern (Deutschland) und Austauschformate.
Der zweite Tag richtet sich spezifisch an neurodivergente und chronisch kranke Communitys, um verschiedene Bedürfnisse und Barrierefreiheitsbedarfe zu sammeln, sich zu vernetzen und sich gemeinsam neue Formate des zugänglichen Feierns auszumalen. Der Tag wird abgerundet durch einen Online-Input von Byron Vincent, Gründer des Clubformats «Disco Neurotico» aus England.
Das Potenzial für Veränderung, wenn Menschen mit Behinderung nicht nur als Besucher*innen an Veranstaltungen teilnehmen, sondern selbst Entscheidungen über Programm, Ästhetiken und Strukturen treffen können, ist enorm. Wer mehr darüber erfahren möchte, was unter Disabled Leadership verstanden wird, kann in der Analyse «Schluss mit Tokenismus» von Journalistin Marah Rikli in der Gessnerallee Zeitung einen Einblick bekommen.