Reihe: Monatsthemen
«Datenlecks mit politischer Sprengkraft und cross-border-Journalismus»
WOZ – Die Wochenzeitung
Eine Gesprächsreihe der Gessnerallee in Kooperation mit verschiedenen Redaktionen: Einmal im Monat wählt eine Redaktion ein journalistisches Schwerpunktthema aus und diskutiert es live mit dem Publikum. Dieses Mal geht es um die Nutzung heikler Datenlecks sowie um die Vorteile und Herausforderungen bei internationalen Recherchekooperationen.
Mi. 03.06. 19:30 – 21:20
Stall6
Ein riesiges Datenleck beim israelischen Justizministerium steht am Anfang dieser Recherche. Yossi Bartal, ein in Berlin lebender und aus Israel stammender Journalist, hat sich tief darin eingegraben und eine grosse Geschichte ans Licht geholt: Das israelische Justizministerium verfolgt seit Jahren gezielt eine Strategie, um eigene (Ex-)Regierungsbeamte vor der Strafverfolgung im Ausland zu schützen. Man spricht in diesem Zusammenhang von «Lawfare» – der Nutzung des Rechts als Waffe.
Gemeinsam mit dem Netzwerk «European Investigative Collaborations» (EIC) hat Bartal dann die europaweite Verbreitung der #IsraelFiles aufgegleist – und für den Schweizer Kontext die WOZ – Die Wochenzeitung ins Boot geholt. Denn dieser Kontext hat es in sich: Der Genfer Anwalt und FDP-Politiker Christian Lüscher arbeitete im Rahmen eines Mandats der Wirtschaftskanzlei CMS für das israelische Justizministerium, um eine Klage gegen israelische Regierungsmitglieder in der Schweiz abzuwenden.
Ein drastischer Fall der Verschleierung von Interessen im Bundeshaus.
Enrico Kampmann, Jan Jirát und Yossi Bartal erzählen, wie sich ein riesiges Datenleck strukturieren und auswerten lässt, sodass am Ende eine investigative Story entsteht. Sie zeigen auch auf, welche grossen Vorteile und welche Herausforderung eine grosse internationale Recherchekooperation mit sich bringt.
Speaker:
Enrico Kampmann und Jan Jirát (WOZ), Yossi Bartal
Moderation:
Johanna Weidtmann (REFLEKT)
Mehr zu den Recherchen:
Informationen zu den Gastgeber*innen
Die WOZ – Die Wochenzeitung steht seit mittlerweile 45 Jahren für einen unabhängigen und selbstverwalteten Journalismus, der sich angesichts der aktuellen Krise der Medienbranche als äussertst resilient und auch erfolgreich erweist. Während die grossen Verlage ihre Redaktionen teils drastisch verkleinern, baut die WOZ ihre Redaktion aus. Enrico Kampmann und Jan Jirát arbeiten beide im Ressort Politik der WOZ, ein Schwerpunkt ihrer Arbeit sind grenzüberschreitende investigative Recherchen.
Informationen zur Barrierefreiheit und Sprache
110-minütige Veranstaltung mit Pause
In deutscher Lautsprache
Stufenloser Zugang
Einmal pro Monat wählt eine Redaktion ein journalistisches Schwerpunktthema aus und teilt es live mit den Besucher*innen vor Ort. Die Gesprächsreihe der Gessnerallee findet jeweils in Kooperation mit unterschiedlichen Redaktionen statt. Inspiriert wurden die «Monatsthemen» von der sehr geschätzten Reihe «Kosmopolitics», die im ehemaligen Kosmos stattfand.
SRF Investigativ recherchiert unabhängig und langfristig zu Machtstrukturen, Missständen und gesellschaftlich relevanten Themen. Der Fokus liegt auf politischer, wirtschaftlicher und institutioneller Verantwortung sowie auf gründlicher Quellenarbeit. SRF Data analysiert komplexe Sachverhalte mithilfe von Daten, Statistik und Programmierung. Mit interaktiven Visualisierungen und verständlichen Einordnungen tragen beide Teams zu Transparenz, kritischer Öffentlichkeit und demokratischer Meinungsbildung bei.
CORRECTIV.Schweiz ist ein gemeinnütziges Recherchezentrum. Gemeinsam mit der Bevölkerung recherchieren sie und stärken damit die Demokratie. Dabei nutzen sie innovative Wege und Methoden, etwa den von ihnen entwickelten CrowdNewsroom. Ausserdem vernetzen sie lokal arbeitende Journalist*innen und decken alleine oder gemeinsam mit Partner*innen gesellschaftliche Missstände auf.
REFLEKT wurde 2019vals das erste unabhängige und gemeinnützige Recherche-Team der Schweiz gegründet. Seither realisiert ein kleines, schlagkräftiges Team grosse Recherchen mit grosser Wirkung. Um Missstände aufzudecken und Transparenz zu fördern, konzentrieren sie sich auf mehrmonatige, investigative Recherche-Projekte, die klassische Redaktionen immer seltener stemmen können. Indem sie ihre Arbeit attraktiv aufbereiten und über verschiedene Kanäle publizieren, machen sie ihre Arbeiten einem grösstmöglichen Publikum zugänglich. So fördern sie Qualität im Journalismus, erhöhen die Informiertheit der Bevölkerung und tragen zur Medienvielfalt sowie zu einer funktionierenden Demokratie bei.
Die Republik ist ein digitales Magazin für Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur, das seit Januar 2018 herausgegeben wird. Es ist finanziert von seinen Leser*innen und täglich werden ein bis drei Beiträge publiziert.
Tsüri.ch wurde 2015 von Simon Jacoby zusammen mit einer Gruppe junger Journalist*innen gegründet, mit dem Ziel unabhängigen Lokaljournalismus zu machen. Ein Stadtmagazin, das immer kritisch, am Puls der Stadt und transparent ist. Jährlich organisieren sie Fokusmonate zu Themen wie Wohnen, Sucht oder Mobilität. Inhalte dieser Themenschwerpunkte sind Podiumsdiskussionen, Stadtspaziergänge oder Workshops.
WAV ist ein zwölfköpfiges Recherchekollektiv aus Zürich. Sie sind seit 2021 Recherchepartner*innen für Journalist*innen und Redaktionen, die Zivilgesellschaft und den Non-Profit-Sektor. Ihre Recherchen hinterfragen kritisch und öffnen die Türen der Sitzungszimmer und Board-Rooms, wo im Stillen Entscheidungen fallen, die alle betreffen. Sie schaffen Transparenz – damit die Verantwortlichen nicht an ihren Worten, sondern an ihren Taten gemessen werden.
Die WOZ – Die Wochenzeitung ist eine unabhängige, links-grüne Wochenzeitung aus der Schweiz. Seit 1981 berichtet sie kritisch über Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur und legt dabei besonderen Wert auf Hintergründe, Machtverhältnisse und soziale Gerechtigkeit. Die WOZ arbeitet genossenschaftlich organisiert und ist weitgehend werbe- und konzernunabhängig. Mit sorgfältig recherchierten Analysen, Reportagen und Kommentaren versteht sie sich als Gegenstimme zum Mainstream und als Beitrag zu einer informierten Öffentlichkeit und lebendigen Demokratie.
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