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«In Case of Emergency»
Extraleben

Performance

Wenn der Sihldamm in Einsiedeln bricht, muss die Gessnerallee evakuiert werden. Der simulierte Ernstfall hinterfragt die Prämissen des Katastrophenschutzes.

  • Do. 08.05. 20:00 – 21:30

    Halle Ost

  • Sa. 10.05. 20:00 – 21:30

    Halle Ost

  • Mo. 12.05. 20:00 – 21:30

    Halle Ost

  • Di. 13.05. 20:00 – 21:30

    Halle Ost

  • Audiodeskription

Die Gessnerallee liegt im Überschwemmungsgebiet der Sihl. Sollte der Sihldamm bei Einsiedeln brechen, dann wird eine acht Meter hohe Flutwelle in Zürich erwartet. Das Theater müsste evakuiert werden. Ausgehend von diesem Szenario und den Vorkehrungen, die ein Theaterhaus trifft, um den «Worst Case» zu vermeiden, nimmt sich «In Case of Emergency» von Extraleben, der neuen Produktion von Ben Burger und Mona De Weerdt, der zunehmenden Erosion unseres gesellschaftlichen Sicherheitsempfindens an und hinterfragt die Prämissen des Katastrophenschutzes.

«Wir sind sicher, solange wir es sind.»

In «In Case of Emergency» führt sich der Theaterapparat selbst auf. Die grosse Halle der Gessnerallee wird zu einer frei begehbaren audiovisuellen Installation. Keine Performer*innen führen durch den Abend, sondern all die Personen – die Techniker*innen und Abenddienste (Bojan Milosevic, Lise Couchet, Benjamin Knörle, Piotr Rybkowski, Miriam Walther, Kathrin Veser, Shelagh Armit, Manuel Gerst) – die für gewöhnlich im Hintergrund der Vorstellungen für einen sicheren und reibungslosen Betrieb sorgen.

Sie weisen den Weg, vollziehen offene Umbauten und Materialprüfungen, spielen Musik und simulieren entlang der vorherrschenden Sicherheitsbestimmungen den Störfall und die Katastrophe im Theater.

«Ist der Reaktor havariert oder die Demokratie implodiert?»

«In Case of Emergency» ist ein Theaterabend gespickt mit Aberglauben, Unfun Facts, gewollten Sicherheitsleaks und fantastischem Pessimismus. Im Vorführen, was alles an Massnahmen nötig ist, um den Ernstfall zu verhindern, zelebriert das Stück die Poesie der Vermeidung.

Informationen zu Barrierefreiheit und Sprache 

Die Performance findet in Deutscher Lautsprache statt und die Räumlichkeiten sind stufenlos zugänglich.

Es gibt eine integrierte Audiodeskription.

Der Besuch der Vorstellung wird ab 16 Jahren empfohlen.

Sensorische Reize

  • Stroboskopeffekte

  • Nebel

  • Stellenweise Low Light, dunkle Lichtverhältnisse

  • Laute Musik, Bässe

  • Ein Knalleffekt

Bild aus dem Probenprozess Copyright: Benjamin Burger

Bild aus dem Probenprozess Copyright: Benjamin Burger

Bild aus dem Probenprozess Copyright: Benjamin Burger

Bild aus dem Probenprozess Copyright: Benjamin Burger

Bild aus dem Probenprozess Copyright: Benjamin Burger

Leichte Sprache

  • In Case of Emergency ist englisch.

    Man spricht es so aus: in käis of imörtschensi.

    Das bedeutet auf Deutsch: Im Not·fall.

    Das Theaterstück handelt von Katastrophen.

    Eine Katastrophe ist ein schlimmes Ereignis.

    Das Theaterstück stellt Fragen:

    • Was müssen wir bei einer Katastrophe tun?

    • Was machen wir, wenn es brennt?

    • Was machen wir, wenn der Fluss zu hoch steigt?

    • Wie können wir im Theater sicher sein?

    Bei dem Theaterstück spielen keine Schauspieler*innen mit.

    Auf der Bühne sind Techniker*innen vom Theater.

    Sie bauen Dinge auf.

    Sie erzählen, was alle im Not·fall tun müssen.

    Die Zuschauer*innen können im Raum herumlaufen.

    Alle bekommen Köpf·hörer.

    Es gibt ein Hör·spiel und Musik.

Zu den Künstler*innen

  • Benjamin Burger ist Performer, Autor und Regisseur in Zürich. Er arbeitet interdisziplinär an den Genregrenzen von Theater, Tanz, Game, Performance und Film. Inhaltlich untersucht er in seinen Projekten Pathologien des heutigen Hyperkapitalismus. Zudem forscht, doziert und mentoriert er an der Zürcher Hochschule der Künste und koordiniert den Minor-Studiengang «Global Pop Cultures & Event Practices» zusammen mit dem Kunstwissenschaftler Jörg Scheller.

    Im mehrjährigen künstlerischen Projekt «States of Exhaustion» (2021-2023) und dem Folgeprojekt «Eroding Grounds» (seit 2024) beschäftigt er sich gemeinsam mit Mona De Weerdt mit Erschöpfung im Allgemeinen als Symptom unserer Leistungsgesellschaft und im Spezifischen als Folge von Klassismus. Sie schauen auf Erschöpfung(en) als individuelle, politisch-gesellschaftliche und ökologische Zustände, versuchen Zusammenhänge zwischen ihnen herauszuarbeiten und explorieren künstlerische Erzählformen und Körperlichkeiten des Sich-Erschöpfens bzw. der Regeneration. In diesem Rahmen entstanden die Tanz-Performance Slowburn (2022), das Outdoor-Stück CRUSH (2023), die auto fiktionalen Solo-Performances Solastalgia — A Ghost Story (2023) und Happily Ever After (2024) sowie aktuell die performative Installation In Case of Emergency (2025).

    Mona De Weerdt ist Dramaturgin und Theater- und Tanzwissenschaftlerin. Sie arbeitet als künstlerische Leiterin bei TanzPlan Ost sowie als freischaffende Dramaturgin mit unterschiedlichen Künstler*innen und Gruppen. Ihre künstlerischen Themen- und Forschungsschwerpunkte sind: soziale Herkunft/Klassismus, Ökologie, Erschöpfung, Identität und Neurodiversität. 2020-2024 realisiert sie gemeinsam mit der Filmerin Michelle Ettlin das Projekt Choreographers at Work! - eine Dokumentarfilm-Serie über Kreationsprozesse im zeitgenössischen Tanz. 2024/25 ist sie Teil des Migros Double Mentoring Programms und realisiert mentoriert von Adina Secretan das (Recherche-)Projekt doing dramaturgy zu dramaturgischen Praktiken im zeitgenössischen Tanz. Seit 2021 arbeitet sie konzeptuell und dramaturgisch eng mit Benjamin Burger zusammen.

Credits

  • Konzept / Text / Regie:
    Benjamin Burger
    Konzeptuelle Mitarbeit:
    Thomas Giger, Mona De Weerdt, Andreas Storm
    Vorgänge:
    Bojan Milosevic, Lise Couchet, Benjamin Knörle, Piotr Rybkowski, Miriam Walther, Kathrin Veser, Shelagh Armit, Manuel Gerst
    Technische Leitung / Bühne / Licht:
    Thomas Giger
    Dramaturgie / Text:
    Mona De Weerdt, Andreas Storm
    Sound-Design:
    Ernesto Coba Antequera
    Konsultation Integrierte Audiodeskription:
    Karin Huber
    Produktionsleitung:
    Daniela Guse
    Künstlerische Leitung Extraleben:
    Benjamin Burger, Mona De Weerdt
    Gitarre:
    Piotr Rybkowski
    Sprecher*innen:
    Silke Geertz, Andreas Storm
    Beratung Audiodeskription: Karin Huber, Nicole Sourt Sánchez
    Karin Huber, Nicole Sourt Sánchez
    Voice Over Recording:
    Santiago Valdés Yáñez
    Besonderer Dank an:
    Nicole Sourt Sánchez, Piotr Rybkowski, Andreas Greiner
    Produktion:
    Extraleben
    Koproduktion:
    Gessnerallee
    *Das Projekt entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Technikteam der Gessnerallee. Besonderer Dank an: Nicole Sourt Sánchez und Piotr Rybkowski

Unterstützt durch

  • Stadt Zürich Kultur, Fachstelle Kultur Kanton Zürich, GGKZ - Gemeinnützige Gesellschaft Kanton Zürich, Elisabeth Weber Stiftung, Schweizerische Interpretenstiftung – SIS, Walter Haefner Stiftung 

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