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«WITH OR WITHOUT YOU – eine Queer-Crip-Tanzperformance»
Fia Neises

Theater

Ein schwebendes Duett über die Intimität der Barrierefreiheit, das Seh-, Hör- und Zeitgewohnheiten durcheinander bringt.

  • So. 25.05. 18:00 – 19:00

    Halle Ost

Mit «WITH OR WITHOUT YOU» laden die behinderten Tänzer*innen Fia Neises und Irene Giró in Räume der «Access Intimität» ein. Copyright: Xenia Dürr
  • Audiodeskription
  • Relaxed Performance

Du drückst meine Hand, wenn die Stufen anfangen. Wir tanzen, nachdem das Krankenhaus angerufen hat. Du führst mich, die Hände halten sich, haben wir doch ein Date? Ich sage Danke und du fragst nur: Wofür? Intimität ist das schwer zu begreifende Gefühl von Wärme, Erotik, Verletzlichkeit oder Sanftheit, das vertraut und unbehaglich zugleich sein kann.

Mit «WITH OR WITHOUT YOU» laden die behinderten Tänzer*innen Fia Neises und Irene Giró in Räume der «Access Intimität» ein, nach dem Konzept der behinderten und queeren Autorin und Aktivistin Mia Mingus. In der Luft hängend geben sie sich der Illusion der Unabhängigkeit hin und bringen Seh-, Hör- und Zeitgewohnheiten durcheinander. Begleitet von der Musikerin Jana Sotzko teilen sie Geschichten von Ambivalenz und Intimität. Wer möchte, kann aktiv Teil davon werden oder genussvoll beobachten.

Das Gastspiel «WITH OT WITHOUT YOU» wird ermöglicht durch eine Kooperation von Gessnerallee und disframe – das Förder- und Netzwerkprojekt des Migros-Kulturprozent für inklusive Kulturpraxis.

Informationen zu Barrierefreiheit und Sprache

    • «WITH OR WITHOUT YOU» dauert 60 Minuten ohne Pause.

    • Die Tanzperformance ist eine Relaxed Performance.

    • Die Türen öffnen sich 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn. In dieser Zeit können Sie die Bühne erkunden und die Sitz- oder Liegemöglichkeit für die nächsten 60 Minuten aussuchen.

    • Beim Einlass unterstützen Access-Friends Sie bei der Platzwahl. Ausserdem zeigen sie Ihnen gerne die Bühne. Unter den Access-Friends befindet sich auch eine Kommunikationsassistenz.

    • (DSGS-Lautsprache)

    • Platzwechsel sowie das Verlassen des Saals und Zurückkommen sind jederzeit möglich. 

    • Geräusche und Bewegungen im Publikumsraum sind willkommen.

    • Wir bitten Sie, aus Solidarität eine FFP2 Maske zu tragen, sofern dies nicht die eigene

      Barrierefreiheit einschränkt. Masken werden am Eingang des Studios bereitgestellt.

    • Die Tanzperformance baut auf einer Dramaturgie für blindes und sehbehindertes Publikum auf.

    • Eine zusätzliche Audiodeskription existiert nicht, da das Geschehen auch ohne das Sehen erfahrbar ist

    • Auf dem Gelände gibt es kein Blindenleitsystem.

    • Die Tanzperformance findet in deutscher Lautsprache statt und wird nicht in DSGS übersetzt.

    • Es gibt deutsche und englische Übertitel. Auch improvisierte Momente und Interaktionen mit dem Publikum werden in den Übertiteln auftauchen.

    • Für interaktive Momente gibt es bei allen Vorstellungen eine Kommunikationsassistenz.

    •  (DSGS-Lautsprache)

      Sensorische Reize

    • Auf der Bühne befinden sich zwei Performer*innen (Irene und Fia) und eine Musikerin (Jana). 

    • Die Performer*innen werden hin und wieder an weissen langen Tüchern, Silks genannt, ca. 5,50m hochklettern, sich hängen lassen, sich fallen lassen und selbst im Silk wieder auffangen.

    • Es werden ein Synthesizer, E-Piano und eine E-Gitarre auftauchen.

    • Die E-Gitarre wird von der Performer*in Irene gespielt und von einem mobilen Lautsprecher verstärkt.

    • Die Stimmen der Performer*innen tauchen in verschiedenen Modi auf: Ohne Verstärkung, mit Verstärkung über Mikrofon, voraufgenommene Einspieler (manchmal sanft gehaucht zwischen flüstern und leisem sprechen).

    • Sobald die Musik oder das Licht intensiver werden, gibt es ein visuelles und ein auditives Warnsignal: ein Dreiecksymbol in den Übertiteln und einen Triangelton.

    • Das Licht im Publikumsraum bleibt gedimmt an.

    • Es wird nur langsame Lichtveränderungen geben.

    Nachfolgend finden Sie ausführliche informationen zum Inhalt und zu den sensorischen Reizen in chronologischer Reihenfolge. Wenn Sie sich lieber überraschen lassen möchten, können Sie hier aufhören zu lesen.

    Szenenablauf mit sensorischen Reizen und inhaltlichen Zusammenfassungen

    1. Intro

    • 1. Das Publikum findet sich ein.

    • 2. Access-Friends unterstützen beim Einlass.

    • 3. Es wird Lounge-Musik gespielt.

    • 4. 2 x wird eine Stimme über die Lautsprecher den Bühnenraum beschreiben. Die Dauer der Beschreibung ist 6 Minuten.

    • 5. Die Performer*innen wärmen sich auf der Bühne auf.

      2. Adaption

    • 1. Eine Tonaufnahme mit Gelächter und Gesprächen wird eingespielt.

    • 2. Fia klettert einmal das Silk hoch und wieder herunter.

    • 3. Oben angelangt schlägt sie eine Glocke.

    3. Willkommen

    • 1. Die Performer*innen richten sich begrüssend an das Publikum und weisen in die Barrierefreiheit des Abends ein.

    • 2. Irene wird einzelne Kleidungsstücke aus dem Publikum für Fia, die sehbehindert ist, beschreiben.

    • 3. Mit Ankündigung wird das System von Triangel und Dreiecksymbol getestet, es wird der lauteste und hellste Moment im Stück gezeigt.

    4. Access Intimacy

    • 1. Fia und Irene tanzen ein Duett.

    • 2. Jana, die Musikerin, wird dazu improvisieren.

    • 3. Es wird eine hauchende Stimme eingespielt, die beschreibt, welchen Prinzipien die Tanzenden folgen.

    • 4. Die Beschreibung wechselt sich mit Einspielern ab, in denen die Performenden von Intimität in Assistenzmomenten erzählen.

    5. Kollektive Audiodeskription

    • 1. freiwillige PUBLIKUMSINTERAKTION

    • 2. Zwei sehende Personen aus dem Publikum werden eingeladen, das Bühnengeschehen für Blindes und sehbehindertes Publikum zu beschreiben.

    • 3. Die Beschreibung soll ins Mikrofon gesprochen werden.

    • 4. Die freiwilligen Beschreiber*innen werden gebeten, dafür selbst auf die Bühne zu kommen.

    • 5. Die Interaktion dauert ca. 7 Minuten.

    • 6. Die zu beschreibende Aktion ist Irene akrobatisch im Silk.

    • 7. Fia wird unterstützend Fragen stellen, sollten die Worte ausgehen.

    6. Forced Intimacy (Song)

    • 1. Fia wird einen Song live singen.

    • 2. In den Strophen zur Melodie von „With or Without you“ von der Band U2 werden Übergriffige Assistenzmomente beschrieben. Die Atmosphäre ist bestärkend, da Fia auf die Übergriffe im Song mit den Worten: MIT ODER OHNE DICH! reagiert.

    • 3. Der Song wird in sanften Tönen beginnen.

    • 4. Fia wird sich während des Songs in Wut steigern und nach der letzten Strophe ohne Mikrofon den Satz: „With or Without you“ wiederholen und wütend schreien.

    • 5. Die Musikerin wird graduell lauter und chaotischer.

    • 6. Irene wird die E-Gitarre und den mobilen Lautsprecher aktivieren. Dabei können Kabel auf den Boden schlagen. Irene wird schräg und laut mit Fia mitspielen.

    7. Ende

    • 1. Fia klettert mit Lauten von Wut und Anstrengung am Silk hoch.

    • 2. Janas Synthesizer Musik wird graduell weniger.

    • 3. Irene kreiert Töne mit der Gitarre, indem Irene neben der Gitarre am Boden sitzt.

    • 4. Fia verändert das Bühnenbild um Irene herum mit den Silks.

    • 5. Die Atmosphäre entspannt sich visuell und auditiv.

    • 6. Das Stück endet mit Irene und Fia auf dem Boden, eine letzte Audioaufnahme wird eingespielt und das Licht wird dunkler, aber kein Blackout.

Zu den Künstler*innen

  • Sophia Neises ist freie Performerin, Theaterpädagogin und Behindertenrechtsaktivistin. Ihre künstlerische Praxis erstreckt sich von der prozessorientierten Projektleitung in Tanz- und Theaterprojekten mit Menschen verschiedenster Lebensentwürfe und Diskriminierungserfahrungen bis hin zu Kollaborationen als Performerin in Tanzperformances (u. a. mit Zwoisy Mears-Clarke und Jess Curtis/Gravity). 2019 begann für sie als Künstlerin mit Sehbehinderung eine intensive Auseinandersetzung rund um Audiodeskription als Barrierefreiheitsangebot und Kunstform, welche sie derzeit in Workshops an Theaterhäuser und Künstler*innen der freien Szene heranträgt.

    Irene Giró ist eine katalanische Performer*in und Künstler*in, lebt in Berlin und definiert sich als queer und behindert. Ihre künstlerische Praxis konzentriert sich auf das Potenzial des Körpers, versteckte Geschichten spürbar zu machen. Irene interessiert sich für die Entwicklung kreativer Methoden, die Zugang, Vergnügen und Verbindung auf und neben der Bühne in den Mittelpunkt stellen. Irenes Hintergrund in Bewegung umfasst zeitgenössischen Tanz, Improvisation und Aerial Künste.

Credits

  • Künstlerische Leitung / Performance:
    Fia Neises
    Künstlerische Ko-Kreation / Silktraining / Performance:
    Irene Giró
    Livemusik & Audiodeskription Postproduktion:
    Jana Sotzko
    Konzeption & Stimme aus dem Off:
    Saioa Alvarez Ruiz
    Dramaturgie:
    Tanja Erhart
    Künstlerische Ko-Produktion:
    Liv Schellander
    Dramaturgische Unterstützung für ästhetische Barrierefreiheit:
    Ari Althaus, Xenia Dürr, Stefanie Heller, Silja Korn, Rita Mazza, Zwoisy Mears Clarke, Nina Mühlemann, Miles Wend
    Produktionsleitung:
    Olivia Hotz
    Technische Leitung:
    Lola Tseytlin
    Bühnenbild:
    Lea Kissing
    Lichtdesign:
    Gretchen Blegen
    Kostüm:
    Merle Richter
    Überalltitel:
    Maria Wünsche

Unterstützt durch

  • Eine Produktion von Sophia Neises, unterstützt vom Netzwerk Making a Difference in Kooperation mit Uferstudios. Gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt / IMPACT-Förderung

Copyright: Xenia Dürr

Copyright: Xenia Dürr

Copyright: Xenia Dürr

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